Montag, 10. April 2017

[Rezension] Für dich soll's tausend Tode regnen



Autor: Anna Pfeffer

Reihe: Einzelband

Format: Taschenbuch

Preis: 14,99€

Seitenzahl: 320

Erscheinungsdatum: 12.09.2016




Inhalt

Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. Und seit dem Umzug weiß sie nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal, weil er auf seiner Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen übermäßigen Handykonsums). Als sie sich in Chemie mit Alpha-Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Um aus der Nummer rauszukommen, schlägt Emi einen Wettstreit vor. Doch Erik ist nicht kleinzukriegen. Emi wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass es gar nicht so nervig ist, Zeit mit Erik zu verbringen …

Rezension

Ich glaube ich hatte schon lange nicht mehr einen Lachflash nach dem anderen beim Lesen eines Buches. Während Emi also immer wieder Menschen in ihren Gedanken auf skurrilste Arten und Weisen sterben lässt, sitze ich auf meinem Sofa und wische mir die Lachtränen aus den Augen.
Das Verhältnis von Emi und Erik entwickelt sich langsam aber stetig und ich habe mich bei manchen Challenges vor Eckel geradezu geschüttelt. Das die wohl bekannteste Zicke, sich als das größte Scheusal von allen entpuppt und alles zunichte machen möchte überrascht zum Ende hin nun wirklich nicht mehr 😉
Das Buch hat mich von vorne bis hinten überzeugt und ich empfehle es momentan jedem weiter 😍

Bewertung

Freitag, 7. April 2017

Prolog


1 Woche vor Ausbruch des Virus


Langsam atmen. Tief und konzentriert atmen. Das Ziel anvisieren. Entspannen.
Diese Dinge hörte Elena schon seit Jahren von ihrem Trainer und immer wieder bemerkte sie wie wichtig das Entspannen war, denn war sie verspannt so verzog sie viel eher den Bogen und ihr Pfeil landete nicht in der Mitte der Zielscheibe.
Sie konzentrierte sich und lies die Sehne los. Der Pfeil flog schnell und kraftvoll in Richtung Zielscheibe und bohrte sich mit einem erstaunlich lauten Geräusch in den roten Kreis.
Sie wollte schon lächeln und vielleicht ein wenig jubeln, aber im nächsten Moment schlug ihr schon jemand mit einem Hefter auf den Kopf.
„Du hast zu lange gebraucht! Jetzt stell dir mal vor jemand würde dich angreifen und du brauchst so lange um zu zielen, du bist tot ehe du den Pfeil losgelassen hast!“, brummte eine Stimme hinter ihr und als Elena sich umdrehte blickte sie in das hagere Gesicht ihres Trainers. Seine grauen Haare hingen ihm ein wenig ins Gesicht und seine braunen Augen hatten einen gräulich-milchigen Rand. Er hatte sich mal wieder einen Bart wachsen lassen und seine Klamotten sahen so aus als wären sie nicht gebügelt worden. Er tat Elena ein wenig leid, denn seit seine Frau ihn verlassen hatte lies er sich gehen und sie vermutete sogar das er nicht ein mal wusste wie man bügelte.
„Aber warum sollte mich denn bitte jemand angreifen?“, wagte sie zu zweifeln und bekam dafür direkt noch mal eines über gebraten.
„Das sollte nur ein Beispiel sein und jetzt mach es noch mal!“, fuhr er sie an und trat einen Schritt zurück um sie schießen zu lassen.
Und diesmal schoss sie nach einem Blick auf die Zielscheibe direkt und traf punktgenau in die Mitte. Sie trainierte seit zehn Jahren mit Pfeil und Bogen und seit sie einige Filme über Robin Hood gesehen hatte setzte sie alles daran genau so gut zu werden wie er. Natürlich war das in den Filmen alles nur gestellt, dennoch wollte sie es können und so konnte sie nach einigem Training ohne groß zu Zielen die Mitte der Scheibe treffen, einem Menschen einen Apfel vom Kopf schießen und an sehr, sehr guten Tagen konnte sie sogar ihren zuvor abgeschossenen Pfeil spalten. Das war ihr aber bis jetzt nur zwei mal gelungen und so bildete sie sich nicht wirklich etwas drauf ein.
Mit leicht hochgezogener Augenbraue wandte sie sich an ihren Trainer , der ohne ein Wort zu sagen nickte und dann auf die Uhr deutete.
Ein Blick auf die Uhr genügte und Elena begann zu fluchen. In einer halben Stunde musste sie es schaffen einen Weg zurück zu legen der eigentlich eine Stunde dauerte, um ihren kleinen Bruder aus der Vorschule abzuholen und ihn nach Hause zu bringen. Da heute ihr freier Tag war musste sie das wohl oder übel übernehmen, da ihre Eltern außer Landes waren und man sich auf ihren Halbbruder Randall nicht verlassen konnte.
Dieser sture und eigensinnige Junge brachte sich in mehr Schwierigkeiten als er alleine bewältigen konnte.
Schnell zog sie sich um und rannte los. Ein mal mehr dankte sie den Engeln dafür das sie früher sehr viel mehr Sport gemacht hatte und dadurch schnell war und genug Ausdauer besaß um den Weg tatsächlich in einer halben Stunde durch zu rennen.
Außer Atem kam sie in der Vorschule ihres Bruders an und sah ihn schon mit seiner Lehrerin vor der Schule sitzen.
Da sie den Bogen einfach geschultert hatte, schüttelte ihr Bruder nur grinsend den Kopf und verabschiedete sich von seiner Lehrerin um Elena ein Stück entgegen zu laufen.
Ihr Bruder Spy war der süßeste und netteste Junge den sie kannte und Elena vergötterte ihn abgöttisch. Eigentlich hieß er Spyridios aber alle riefen ihn dank Elena Spy, wollte sie doch nicht das er schon mit seinen nur fünf Jahren wegen seines Namens gehänselt wurde.
Spy hatte die selbe Augenfarbe wie Elena, ein Grau das viel eher an Silber erinnerte nur das dieser Glanzeffekt fehlte. Auch seine Haare waren wie die ihren in einem dunklen Braun gehalten das in der Sonne manchmal einen leichten Rotstich aufwies.
Für sein Alter war er ziemlich klein, denn er erreichte nicht einmal die 1,10m und Elena machte sich Sorgen das er immer etwas kleiner bleiben würde als die Meisten. War es als Frau nicht schlimm und wurde als süß oder liebreizend angesehen so wurden Männer nicht wirklich als voll genommen wenn sie zu klein waren.
Grinsend lief ihr kleiner Schatz neben ihr her und summte leise. Es schien als wäre sein Tag klasse verlaufen und das freute Elena, denn alle hatten sich Sorgen um ihn gemacht. Er war weit intelligenter als seine Altersgenossen und langweilte sich schnell wenn er nicht gefördert wurde.
„Na was soll ich dir heute kochen?“, fragte sie einfach munter drauf los.
Ihr Bruder blickte sie von unten herauf an und sah sie mit strahlenden Augen an.
„Kannst du mir Lasagne machen? Bitte, bitte.“
Kurz überlegte sie ob es sich lohnte eine Lasagne zu machen, da weder ihre Eltern da waren noch ihr Halbbruder. Randall war seit einer Woche bei einem Freund und ihre Eltern besuchten Verwandte in Griechenland.
Als sie aber in die hoffnungsvollen Augen ihres Bruder blickte, dessen Lieblingsessen Lasagne war, schmiss sie alle Bedenken über Bord und nicke ihm zu, machte in Gedanken aber schon einen Sprung und fragte sich ob ihre Pfeile schon angekommen waren.
Ihre alten waren abgenutz und ihr Trainer hatte ihr nahe gelegt sich neue zu bestellen, was sie auch gemacht hatte. Die fast schon zweihundert Pfeile würden wohl einige Zeit reichen.
Während er jubelte liefen sie gerade an einem Mann vorbei der Elena einfach im Gedächtnis hängen bleiben würde, denn er sah gut aus. Blonde Haare, braune Augen und durch trainiert, doch leider konnte sie ihn nicht weiter mustern da sie an einander vorbei liefen.



James hätte sich fast nach der jungen Frau umgedreht an der er eben vorbei gelaufen war, denn gefallen hatte sie ihm definitiv. Lange, gewellte, braune Haare und fast schon silberfarbene Augen. Ein schlanker und durch trainierter Körper, an dem ihre engen Klamotten wie eine zweite Haut gesessen hatten und dieser Blick ihrer silbernen Augen...er konnte gar nicht anders als sich vorzustellen sie in seinem Bett zu haben.
Schnell schüttelte er den Kopf, denn erstens würde er sie wahrscheinlich eh nicht wieder sehen und zweitens war er auf den Weg zu seiner Schwester. Nach fünf Jahren Haft würde er sie nun zum ersten mal wieder sehen, vor allem aber würde er seinen Neffen endlich kennen lernen. Der Kleine war keine zwei Jahre alt und seine Schwester hat ihren Sohn nach ihrem Bruder benannt.
So manch einer hätte vielleicht gesagt das es dumm von ihm gewesen war Selbstjustiz zu üben, oder es zumindest zu versuchen, aber er selbst hatte nicht einfach weiter leben können hätte er es nicht versucht. John Williams war ein mal einer von James besten Freunden gewesen, sie waren zusammen aufgewachsen und James hatte ihm vertraut.
Bis dieses Arschloch es gewagt hatte Annie, James jüngere Schwester, zu vergewaltigen und sich aus dem Staub zu machen. Die Polizei hatte seine Spur recht bald verloren, doch James, der mit John aufgewachsen war, wusste wie er dachte und wo er sich verstecken würde. Also war er losgezogen, hatte ihn aufgespürt und so lange auf ihn eingeschlagen bis jemand die Polizei gerufen und diese ihn von John weg gezerrt hatte.
Vor Gericht hatte James ohne mit der Wimper zu zucken zugegeben das es seine Absicht gewesen war John zu töten und so sehr der Richter ihn auch verstand, so musste er sich doch leider an die Gesetze halten und James wegsperren.
Durch die Wärter hatte er zwei Wochen später erfahren das John von einem anderen erschossen wurde, dessen Freundin er ebenfalls vergewaltigt hatte.
Das hatte James milder gestimmt und er hatte die fünf Jahre im Gefängnis gut überstanden, er hatte sogar einige mehr oder weniger 'gute' Freunde gewonnen. Er war durch seine Zeit im Gefängnis fitter geworden, da man sich gegen die richtig bösen Jungs verteidigen und durchsetzen musste.
Voller Vorfreude lief er schneller, da er schon das Haus seiner Schwester und ihres Mannes sah.



Marigold Turner sah lächelnd aus dem Fenster als die Kinder ihrer Nachbarin an ihrem Garten vorbei liefen. Die Tochter lebte noch bei ihren Eltern um ihnen mit ihrem Restaurant und der Erziehung des Jungen zu helfen, denn bei ihrer Mutter war Krebs diagnostiziert worden und für die Familie war es natürlich ein großer Schock gewesen.
Als vor einigen Jahren ihr eigener Mann gestorben war, hatte die junge Elena ihr viel Gesellschaft geleistet. Die damals vierzehnjährige war jeden Tag nach der Arbeit vorbei gekommen um mit Marigold über ihren Mann zu sprechen.
Ihr Mann, Edward Turner, war vor acht Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Marigold war kurz davor gewesen sich das Leben zu nehmen und wäre in diesem Moment nicht zufällig Elena vorbeigekommen um nach ihr zu sehen, so würde sie jetzt sicher nicht mehr unter den Lebenden weilen.
Mittlerweile war sie dankbar dafür das Gott jemanden geschickt hatte um ihr Leben zu retten.
Edward hätte sicher nicht gewollt das sie ihr Leben vorzeitig beendete.


tbc

Freitag, 31. März 2017

Kapitel 1 - Vom Geiste ein Teil der Familie

Ihre Welt war schon immer dunkel gewesen. Dunkel und leer.
Morgen, Mittag, Abend, das alles waren nur Zeitangaben für sie. Sie sah nicht, wann die Sonne schien, sah nicht wann sie ihr Zenit erreichte und erblickte die schönen Sonnenuntergänge nicht. Sie spürte, wann die Sonne ihr Antlitz zeigte, denn dann erwärmte sich alles um sie herum, so auch die Luft und ihre eigene Haut.
Sie sah die Vögel nicht, sie hörte sie. Sie sah ihren Hund Waldgeist nicht, sie hörte ihn, um sich herum, neben ihrem Bett oder draußen wenn er bellte. Er war ein guter Hund, wusste immer wann er bei ihr sein musste und wen er in ihre Nähe kommen lassen konnte.
Sie sah ihre Mama nicht, sie hörte und fühlte sie nur, wenn sie nach ihr rief oder sie von ihr in den Arm genommen wurde.
Sie sah ihren Papa nicht, sie hörte ihn nur durch die kleine Hütte stapfen, die sie bewohnten und spürte ihn, wenn er sie hoch hob und auf seinen Schultern durch die Gegend trug.
Ihr Papa beschütze sie vor allem was kam und er hatte auch die kleine Hütte gebaut und so gemacht das sie nicht Gefahr lief sich zu verletzen.
Den Boden um die Kochstelle und das Feuer hatte er aus Steinen gemacht, sodass sie immer wusste wieweit sie gehen konnte ohne sich zu verbrennen. Aber es hatte lange Monate gedauert, bis sie das gelernt hatte.
Sie sah auch sich selbst nicht, wenn sie mit ihrer Mama am Teich saß und den Vögeln bei ihrem Gesang zuhörte.
Ihre Mama hatte ihr ein mal gesagt, dass sie Haare in der Farbe des Blutes hatte, in denen in der Sonne Flammen zu tanzen schienen. Und das ihre Augen wohl blau gewesen wären, hätten sie eine normale Farbe und nicht diesen milchigen Film, den sie seit ihrer Geburt hatten.
Sie wusste wie Blut roch, wie das Metall das ihr Papa zum arbeiten verwendete, aber sie wusste nicht was für eine Farbe Blut hatte.
Blau...was mochte das wohl für ein Aussehen haben? War es genau so dunkel, wie alles was sie sah oder war es heller als die Dunkelheit in ihrer Welt?
Nun, was auch immer Blau war, es war egal geworden.
Sie spürte etwas warmes über ihre Wange, Arme und Beine laufen und wusste das es Blut war. Sie hatte viele Kratzer vom rennen, aber das meiste von dem Blut war nicht ihr eigenes, sondern das ihrer Mama und ihres Papas. Sie hatten versucht sie zu beschützen, aber der böse Mann hatte ihnen weh getan. Er hatte eine ganz seltsame Stimme, so als wäre er eine Schlange, denn diese zischelten auch immer so rum.
Papa und der böse Mann hatten sich gestritten und plötzlich war etwas Warmes auf sie getropft. Sie hatte erst gar nicht verstanden was passiert war, bis ihre Mama sie in den Arm genommen und ihr befohlen hatte ganz weit weg zu rennen. Bevor sie sich aber von ihrer Mama weg bewegen konnte, war wieder Blut auf sie drauf geflossen und etwas Spitzes hatte sie in die Schulter gepieckst.
Der böse Mann hatte versucht sie fest zu halten, aber Waldgeist hatte gebellt und dann hatte sie den bösen Mann schreien hören. Waldgeist hatte ihn wohl gebissen und sie nutzte diesen Moment und drehte sich um und rannte den gewohnten Weg aus der Hütte hinaus und in den Wald hinein.
Ein paar Minuten von der Hütte entfernt hatte sie sich in ihr Versteck gequetscht und hatte ganz lange gewartet. Dort, unter den Wurzeln eines Baumes, hatte sie angefangen zu verstehen das sie ihre Mama und ihren Papa nicht mehr wieder sehen würde.
Sie wurde sehr traurig, aber sie traute sich nicht zu weinen, aus Angst der böse Mann würde sie finden und dann auch töten.

Lange hatte sie sich dort versteckt, aber irgendwann war sie aufgestanden und war den ihr bekannten Pfad zum Königsweg gefolgt.
Nun saß sie hier, irgendwo auf dem Königsweg, war allein und verloren und ihr liefen die Tränen aus ihren nutzlosen Augen. Sie war ein kleines Mädchen, kaum sechs Jahre alt, und hatte nun niemanden mehr zudem sie gehen konnte.
Schniefend strich sie sich die Tränen von den Wangen, denn sie hatte das Getrampel von Pferdehufen gehört und auch das laute Gerede von Menschen. Immer näher kamen die Pferde und sie stand mit wackeligen Beinen auf, als auch schon ein Pferd vor ihr zum stehen kam.
„Geh mir aus dem Weg Mädchen oder mein Pferd wird dich zertrampeln“, hörte sie einen tiefe Stimme sagen und blickte nach oben. Sie wusste nicht, wo genau der Kopf des Mannes war und so irrte ihr Blick ein wenig umher.
„Aber, aber mein lieber Brigan, so spricht man doch nicht zu einem Kind, das augenscheinlich verletzt und verängstigt ist“, sprach nun eine weitere Stimme neben der Ersten.
„Natürlich, Ser Rodrik“, stimmte ihm der Erste zu.
„Wie heißt du denn, meine Kleine und was ist dir widerfahren?“, fragte die zweite Stimme, Ser Rodrik sie und so wie es sich anhörte, stieg er von seinem Pferd.
Schritte nährten sich und sie hörte, wie etwas schweres auf dem Boden aufkam und das nächste mal als Ser Rodrik sprach, war seine Stimme auf ihrer Höhe.
„Na, wer hätte das gedacht, du bist ja blind meine Kleine“, murmelte er und eine Hand legte sich auf ihren Kopf.
Schnell senkte sie ihren Blick und versuchte von ihm weg zu kommen. Ihre Mama hatte immer gesagt, wenn jemand merken würde, dass sie blind sei, würden ganz schlimme Dinge passieren können.
Eine Hand an ihrem Arm hinderte sie daran weiter zurück zu weichen und sie blickte wieder dort hin wo Ser Rodrik sein musste.
„Du brauchst keine Angst vor uns zu haben meine Kleine, aber sprich nun. Wie lautet dein Name und was ist geschehen, dass du voller Blut bist.“
Vorsichtig öffnete sie ihren Mund, schloss ihn aber wieder ohne etwas gesagt zu haben. Sollte sie diesem Mann glauben? Schaden konnte es aber auch nicht, oder?
„Mein Name ist Thalestris und meine Mama und mein Papa sind tot“, murmelte sie und sah wieder gen Boden.
Wieder hörte sie ein Pferd näher kommen und sogleich sprach auch eine weitere Stimme, die der ihres Papas sehr ähnlich war, auch wenn sie wusste das er es nicht sein konnte.
„Ser Rodrik, was hält uns auf? Winterfell wartet darauf das ich zurück kehre.“
„Mi'lord, dies ist Thalestris und ihre Eltern weilen nicht mehr unter uns. Sie ist blind Mi'lord und ich glaube nicht das es eine weise Entscheidung wäre, sie hier zu lassen“, versuchte Ser Rodrik sich zu erklären, doch schon bevor er zu ende geredet hatte, hörte Thalestris wie der Mann von seinem Pferd abstieg und auf sie zukam.
„Deine Eltern sind also tot?“, hörte sie ihn fragen und nach einem Nicken ihrerseits fuhr er fort. „Und du hast sonst niemanden?“
Schnell schüttelte sie den Kopf und spürte plötzlich, wie ihr die Tränen wieder über die Wangen liefen. Trotzig versuchte sie, die Feuchtigkeit auf ihrem Gesicht mit dem Ärmel ihres Kleides weg zu bekommen, scheiterte aber kläglich.
„Es ist keine Schande um seine Eltern zu weinen, Mädchen“, hörte sie Ser Rodrik flüstern, aber sie schüttelte noch ein mal den Kopf.
„Ich will nicht weinen. Mama und Papa waren immer traurig, wenn ich geweint habe und wenn sie jetzt bei den alten Göttern sind, sehen sie das ich weine. Ich will nicht das sie wieder traurig werden“, sagte sie und unterdrückte ein Schluchzen.
Wie aus dem Nichts landete eine Hand auf ihrem Kopf, warm und tröstend.
„Tapfere kleine Wölfin. Willst du mit mir kommen? Ein Teil meines Hauses werden, eine Stark von Winterfell? Zwar nicht vom Blute, aber doch vom Geiste ein Teil der Familie? Meine Frau hätte sicher nichts gegen eine weitere Tochter, auch wenn du ein wenig älter bist als Sansa. Das wird sie vielleicht von Jon ablenken“, hörte sie wieder die Stimme sagen, die der ihres Papas nicht unähnlich war.
Thalestris konnte nicht glauben, was ihr angeboten wurde. Eine Familie, jemand der sich um sie kümmerte und dem es egal war, dass sie blind war. Sie würde Geschwister haben und eine Mama und einen Papa.

Unter Tränen nickte sie und spürte gleich darauf, wie sie hochgehoben und auf etwas abgesetzt wurde, das sich bewegte. Ängstlich klammerte sie sich an die Arme, die um sie gelegt wurden und bald schon setzte sich das Ding unter ihr in Bewegung.

tbc

Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Fuchsgott



Autor: Nicky P. Kiesow

Reihe: Fuchsreihe (Band 4)

Format: eBook

Preis: 0,99€

Seitenzahl: 78

Erscheinungsdatum: 15. März 2017




Inhalt

Sisandra ist es gelungen aus Erebos' Fängen zu entkommen und nun schlägt sie sich, mit ihren Verfolgern auf den Fersen, durch den Wald und versucht sich in Sicherheit zu bringen. Ihre verstörte Fuchsgöttin Ava ist ihr dabei keine große Hilfe und so muss Sisandra nicht nur um ihr Leben rennen, sondern sich auch noch um Avas psychischen Zustand kümmern. 

Rezension

Ich bin sprachlos 😲
Diese Fortsetzung ist unglaublich gelungen, offenbart uns Seiten an Sisandra, von denen wir wahrscheinlich noch nicht einmal geahnt haben, dass diese existieren und bringt und die Aurora ein ganzes Stück näher.
Wir lernen den Wynters Clan kennen und damit auch zwei überaus wichtige Menschen im Leben von Sisandra. Doch neben Geheimnissen die gelüftet werden, entstehen viele neue und ein neuer, für Sisandra und Ava faszinierender Mensch tritt in ihr Leben.
Ich bin unglaublich gespannt darauf wie es zwischen Sisandra und einem gewissen jemand weiter geht und kann es kaum erwarten, das nächste Band in die Pfoten ... ähm Hände zu bekommen 😂

Bewertung

[Rezension] X - Es beginnt



Autor: A.L. Kahnau

Reihe: X (Band 1)

Format: Taschenbuch

Preis: 8,99€

Seitenzahl: 296

Erscheinungsdatum: 30. Mai 2016




Inhalt

Jeder kennt sie doch, diese Zombiefilme und -serien, die uns den Atem rauben, uns eine Gänsehaut nach der anderen bescheren und von denen wir nie denken würden, dass sie mal wirklich passieren könnten. 
Genau so denkt auch die 16-jährige Mila, die sich im Alltag mit ihrem Schwarm, ihren Freundinnen und der Schule beschäftigt...zumindest bist ihr Nachbar versucht ein Stück von ihr zu probieren und sie um ihr Leben rennen muss. Bald schon verändert sich ihr gesamtes Leben und auch sie ist nicht mehr die selbe wie vor den Vorfällen...


Rezension 

Zombiefilme und auch Serien gehören zu meinen liebsten apokalyptischen Szenarien. Ob nun Resident Evil, The Walking Dead, Fear the walking Dead oder Z Nation, ich liebe sie alle.
Als es dann hieß ein Buch über eben diese Wesen zu lesen, die mich so faszinieren (😇) war ich erst noch recht skeptisch, doch schon bald hing ich so an den Worten der Autorin, dass mich die zu kurze Wartezeit beim Arzt störte, die Fahrt nach hause zu lange dauerte und jede Unterbrechung zur Qual wurde.
Schnell hatten sich meine Lieblingscharaktere herauskristallisiert, mein Lieblingssatz wurde gefeiert wie ein gewonnenes WM-Finale und das viel zu frühe Ende des Buches aufs übelste verflucht. 
Ich kann es wirklich gar nicht abwarten das nächste Buch in die Finger zu bekommen und weiter zu lesen 😍😍 
Dieses Buch hat mich restlos von sich überzeugt und ist mein bisheriges Jahreshighlight ♥

Bewertung 

[Rezension] Strike - oder die Unwahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden und die große Liebe zu finden



Autor: Katharina Wolf


Reihe: Einzelband

Format: eBook

Preis: 4,99€

Seitenzahl: 286

Erscheinungsdatum: 08.08.2016



Inhalt

Wie wahrscheinlich ist es wohl, vom Blitz getroffen zu werden und die große Liebe zu finden?
Sophie kommt aus gutem Hause und führt ein unbeschwertes Leben. Strike hingegen lebt auf der Straße und kann von einer sorglosen Jugend nur träumen.
Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, doch gemeinsam bestreiten sie eine Reise, die sie für immer verändern wird.

Rezension

Ein Buch in dem jemand vom Blitz getroffen wird...okay, das ist was neues und das muss ich unbedingt lesen! 
Das war mein erster Gedanke, als es in einem Facebookpost hieß, es würden Blogger dafür gesucht werden. Nun, was soll ich sagen? Ich mag das Buch definitiv!
Es war unglaublich interessant zu verfolgen, wie Strike für Sophie und auch für sich selbst mit seiner Vergangenheit gerungen und gekämpft hat. Die Beziehung zwischen den  beiden war erfrischend und neu und ich bin unglaublich froh, dass sich Sophie nicht hat von anderen reinreden lassen, wenn es um Strike ging.
Einzig zwei kleine Dinge haben mir an diesem Buch nicht gefallen. Zum einen ging es mir mit den Gefühlen der beiden zu schnell. Sie verliebten sich zu schnell und es wurde viel zu bald viel zu intensiv. Zum anderen hat mich das Verhalten von Sophie am Ende ein wenig an Bella aus Twilight erinnert und auch dort konnte ich es nicht nachvollziehen.
Doch abgesehen von diesen zwei Punkten, die das Buch nun wirklich nicht runterzogen, hat es mir gut gefallen und ich kann mir auch vorstellen es ein weiteres mal zu lesen.

Bewertung


Freitag, 24. März 2017

Kapitel 1 – Nächtliche Besucher


Müde stand sie vor ihrer Wohnungstür und versuchte im Halbdunkel des Hausflurs den passenden Schlüssel zu finden. Das Brennen ihrer Augen und ihre immer wieder zufallenden Lieder machten das Unterfangen nicht gerade leichter und sie war kurz davor einfach aufzugeben, als sie das Öffnen einer Tür vernahm und gleich darauf die Stimme ihrer Nachbarin an ihr Ohr drang.
„Ach Kindchen“, murmelte die ältere Dame und kam mit einem Schlüssel in der Hand auf sie zu. „Du solltest endlich diesen Job kündigen und dir eine normale Arbeitsstelle suchen. Es kann nicht angehen, dass ein so junges Mädchen einen solch gefährlichen Beruf hat.“
Kurz zuckte ein Lächeln in ihrem Mundwinkel, denn mit ihren 26 Jahren würde niemand sie mehr als junges Mädchen bezeichnen. Nur Margret, die schon seit elf Jahren auf sie acht gab und seit dem auch ihr Vormund war, wollte nicht einsehen, dass Niya kein Kind mehr war und ihren Job bei der Polizei von Starling City alles andere als freiwillig tat.
Nach dem Tod ihrer Mutter, war Niya auf die schiefe Bahn abgerutscht und nur durch ihre Kontakte zu einigen größeren Verbrechern hatte sie es geschafft nicht mit 18 ins Gefängnis zu kommen. Nicht, dass sich irgendeiner dieser Verbrecher für sie interessiert hätte, nein die Polizei war es gewesen die ein so großes Interesse an den Tag gelegt hatte, dass Niya seit nun mehr acht Jahren als Spitzel für sie fungierte.
Sie suchte sich große Tiere der Schattenseite Starlings raus, trat wie zufällig in deren Leben und verführte sie. Sobald das Vertrauen aufgebaut war, suchte sie so viele nützliche Informationen für die Polizei raus wie sie finden konnte und machte sich aus dem Staub.
Dank Perücken und Kontaktlinsen wurde sie selten erkannt und wenn doch, dann wusste sie sich nach mehreren Jahren als Verbrecherin und hartem Training beim SCPD selbst zu verteidigen. Ein paar tote Verbrecher mehr oder weniger machten in dieser Stadt niemandem etwas aus. Das der Vater einer verstorbenen Kindheitsfreundin sich um sie kümmerte war natürlich von Vorteil.
Seufzend trat sie einen Schritt zur Seite und ließ Margret die Tür für sie öffnen und trat hinter der etwas fülligeren Frau ein. Mit schlechtem Gewissen merkte sie das kein einziges Staubkorn auf den Möbeln lag, das gestaubsaugt und gelüftet wurde während sie nicht anwesend war. Diesmal hatte sie vergessen Margret darum zu bitten, doch die achtzig Jährige hatte es trotzdem getan und Niya hatte ihr nichts zum Dank mitgebracht.
Gerade als sie nachdenklich auf der Unterlippe zu kauen begann, spürte sie die warme Hand ihrer Nachbarin auf ihrer Schulter.
„Ich hab es gerne gemacht, Kindchen. Wenn du mir danken willst, dann reicht es auch es auszusprechen oder mit mir rüber zu kommen und etwas von meiner berühmten Tomatensuppe zu essen. Ich habe dir auch etwas vom Apfelkuchen aufgehoben, da du mir ja gesagt hattest das du heute kommst und ich weiß wie sehr er dir schmeckt.“
Mit einem Blick auf die Uhr erkannte Niya das sie nicht die Kraft haben würde noch mal in einen Imbiss zu gehen der bis Mitternacht offen hatte, nickte sie ihrer Nachbarin zu und folgte ihr in die benachbarte Wohnung.
Nach den letzten sechs Monaten war sie einfach nur verdammt froh wieder daheim zu sein und sich auf Margrets Essen stürzen zu können. Als sie den Auftrag damals angenommen hatte, hätte sie nie gedacht das er sich so in die Länge ziehen würde. Das sich die Culebra Gang nicht so leicht infiltrieren ließ, hatte sie auf recht unangenehme Art und Weise zu spüren bekommen.


Irgendetwas hatte Niya geweckt und auch wenn sie nun in der Dunkelheit ihrer Wohnung im Bett saß, wusste sie das sie nicht mehr allein hier war. So vorsichtig wie möglich ließ sie sich aus dem Bett gleiten und griff unter ihre Matratze. Mit einer geschmeidigen Bewegung zog sie das Messer hervor, welches sie schon vor Monaten dort versteckt hatte und schlich zur offenen Tür ihres Schlafzimmers.
Mit dem Rücken lehnte sie sich an die Wand neben der Türöffnung und lauschte auf mögliche Geräusche. Um sich besser zu konzentrieren schloss sie ihre Augen und vernahm gleich darauf mehrere Männerstimmen die miteinander flüsterten. Wenn sie sich nicht irrte, dann waren es vier Männer, von denen einer schon gefährlich nahe an ihrer Tür war. Da alle Fenster ihrer Wohnung abgedunkelt waren und die Männer ohne Lichter durch ihre Wohnung schlichen, hörte sie dann und wann ein leises Rumpeln dicht gefolgt von einem geflüsterten Fluch.
Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen und in gebückter Haltung huschte sie aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer. Sie lebte seit ihrer Geburt in dieser Wohnung und so war es kein Problem für sie sich in die Ecke des Zimmers zu stellen, während sie weiter den Stimmen lauschte und auf ihre Chance zu Handeln wartete.
Als einer von ihnen nah an ihr vorbei gehen wollte, schoss ihr Arm nach vorne, packte ihn und zog ihn an ihren Körper. Ihre Hand lag auf seinem Mund und so hörte man von seinem Todesschrei nur ein leises Fiepsen, welches zum Gurgeln wurde, als sein Blut durch den Schnitt am Hals in seine Lungen gelangte.
Vorsichtig ließ sie ihn zu Boden gleiten und machte sich daran den nächsten zu erledigen. Dieser stand in der Nähe der Küchenbank und so stemmte sie sich kurzentschlossen darauf. Das Messer hatte sie am Griff zwischen ihre Zähne genommen und auf allen Vieren kabbelte sie auf ihn zu. Als sie nah genug war packte sie mit einer geübten Bewegung seinen Kopf und drehte ihn mit einem heftigen Ruck zur Seite. Zufrieden hörte sie ein Knacken in seinem Hals und der erschlaffte Körper fiel auf den Boden.
Dadurch hatte sie nun aber die Aufmerksamkeit der anderen beiden Männer erregt und sie konnte sich gerade noch rechtzeitig auf den Boden hinter die Küchenbank gleiten lassen, ehe die Lichter ihrer Wohnung angingen. Das wüste Fluchen hätte ihr beinahe ein Lachen entlockt, doch in dieser Situation wäre es zu ihren Nachteil gewesen, sodass sie es mit Mühe runter schluckte und vorsichtig um die Ecke blickte. Erschrocken registrierte sie, dass sie direkt auf ein paar Schuhe sah und noch bevor ihr Gegenüber es richtig erfassen konnte, war sie aufgesprungen und hatte ihm ihr Messer in die Schläfe gerammt.
Als ihr Gegner allerdings zu Boden sank, fiel ihr Blick auf den verbliebenen Eindringling und sie brachte sich mit einem Hechtsprung in Sicherheit. Gerade noch rechtzeitig wie es schien, denn kaum das sie auf dem Boden angekommen war, schlugen auch schon die Kugeln in ihren Kühlschrank, ihre Hängeschränke und in ihren neuen Herd ein. Wütend biss sie die Zähne zusammen und wäre am liebsten direkt auf ihn losgegangen. Dieser verdammte Herd hatte so viel gekostet wie ihre halbe Monatsmiete und jetzt war er hin. Ob die Garantie auch Kugeln eines Mannes abdeckte, der gekommen war um sie zu töten? Wohl eher nicht.
Das Klicken seiner Waffe machte sie beide darauf aufmerksam das er das Magazin wechseln musste und sofort war Niya auf den Beinen. Wutentbrannt rannte sie auf ihn zu und riss ihn mit einem Tackel von den Beinen. Neben ihrem Glastisch kamen sie zum liegen und sofort begann Niya auf ihn einzuschlagen. Lange behielt sie aber nicht die Oberhand, denn er stieß sie kraftvoll von sich runter, sprang auf und trat ihr mit einer solchen Wucht in den Bauch, dass sie über den Boden in die Küche zurück rutschte.
Das sie dabei aber ein Grinsen unterdrückte sah er natürlich nicht und sie gab sich auch Mühe es mit ihren dunkelbraunen Haaren zu verdecken. Scheinbar mühsam rappelte sie sich auf und blickte ihm verängstigt entgegen. Mit einer Hand hielt sie sich an der Küchenbank fest, die andere hielt ein Messer hinter ihrem Rücken versteckt. Mit großen Schritten kam er auf sie zu und wollte nach ihr greifen, als sie sich schnell aufrichtete, ihm seinen ausgestreckten Arm auf den Rücken verdrehte und ihm das Messer in die Seite rammte. Mit einem Keuchen landete er auf den Knien und ein sardonisches Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Mit einer Hand packte sie ihm am Oberteil und drückte ihn hinab, mit der anderen öffnete sie ihren demolierten Ofen.
„Der war neu, du verdammtes Schwein!“, fauchte sie und schlug nach jedem Wort die Ofentür zu, sodass sein Kopf dazwischen eingeklemmt wurde und sich letztendlich der Gewalteinwirkung ergab. Angeekelt blickte sie auf den verformten Kopf, ehe sie die Leiche packte und nach und nach alle vier Männer in der Mitte ihrer Wohnung aufschichtete. Da ihr Handy im Schlafzimmer lag, ging sie zum Festnetztelefon und blickte in den Spiegel während sie darauf wartete das jemand abnahm.
Ihre dunklen Haare hingen ihr tropfend hinab und dank der Blutspritzer in ihrem Gesicht wusste sie, was da von ihren Haaren hinab tropfte. Durch das Blut in ihrem recht blassem Gesicht leuchteten ihre blauen Augen nur noch extremer als sonst und auch sie selbst erkannte das dort momentan keine Gefühlsregung zu erahnen war.
„Hier das SCPD, wie kann ich ihnen helfen?“, ertönte da auch schon eine Stimme am anderen Ende der Leitung und riss sie somit von ihrem Spiegelbild los.
„Niya hier. Es gab einen Zwischenfall in meiner Wohnung.“
„Einen Moment bitte“, murmelte die weibliche Stimme und Niya wurde in die Warteschleife umgeleitet. Kein normaler Bürger bekam diese Warteschleife jemals zu hören und Niya hatte schon länger die Vermutung das dieses nervige Gedudel nur ihretwegen eingeführt wurde. Kurz darauf war ein Knacken zu hören und eine männliche Stimme sprach sie an.
„Wie viele sind es diesmal, Miss Frost?“
Ja, diese genervte Stimme, die alles zwischen Ich werde sie ab jetzt ignorieren und Ich werde sie auf grausame Art töten ausdrückte, hatte sie beinahe schon vermisst und sie war sich sicher sie morgen von Angesicht zu Angesicht erleben zu müssen.
„Nur vier“, gab sie zurück, legte auf und machte es sich in ihrem Sofa bequem. Sie würde morgen eh eine Standpauke bekommen, was machte es da schon aus wenn er sie wegen des Auflegens noch zehn Minuten länger anschrie? Wenn sie allerdings genauer drüber nachdachte, stand sie lieber auf und stellte sich schnell unter die Dusche. Getrocknetes Blut sah so schlecht auf Klamotten und Haut aus, wenn man stundenlang niedergebrüllt wurde.


Es kam wie es kommen musste und der Tag löste die Nacht ab, während Niya seit mehreren Stunden der erzürnten Stimme ihres Vorgesetzten lauschen musste. Etwas von sofort Bericht erstatten, unvorsichtiger Göre, Gefahr für ihre Nachbarschaft und unkontrollierter Mörderin wurde ihr an den Kopf geworfen, doch wie so oft zuvor schenkte sie ihm keine große Aufmerksamkeit.
Sie wusste das sie damit gemeint war, doch sie gab nichts darauf was er dachte und solang sie dem SCPD Informationen lieferte, würden die einen Scheiß tun und sie für ihre Taten einsperren. Als sie das Wort Versetzung hörte, erwachte sie aus ihrer Starre und sah ihn mit großen Augen an.
„Wie bitte?“, entschlüpfte es ihr einsetzt und Genugtuung erschien in den Augen ihres Vorgesetzten. Endlich schien er eine Schwachstelle ihrerseits gefunden zu haben.
„Sie werden mit sofortiger Wirkung nach Central City versetzt und werden dort ab morgen für das CCPD arbeiten. Welche Aufgaben sie dort erledigen wird Captain Singh entscheiden.“
Und damit hatte er sie aus seinem Büro geworfen. Nach acht Jahren der Schufterei, wurde sie einfach mir nichts dir nichts abgeschoben und musste zudem auch noch die Stadt wechseln.
Central City...davon hatte sie in letzter Zeit viel gehört. Dort sollte nächste Woche ein großes Ereignis stattfinden. Irgendetwas mit Teilchen, an mehr erinnerte sie sich nicht, da es sie einfach nie wirklich interessiert hatte.
Nun denn, dachte sie bei sich während sie ihre Habseligkeiten in Kisten verstaute, Central City ich komme...




tbc